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Rumba
Congolaise
das musikalische Herz Afrikas |
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Als
Laurent Kabila vor Jahren die Macht übernahm, ernannte er - neben
anderen - auch die Sängerin und Tänzerin Tshala Muana und
den Musiker Tabu Ley Rochereau, der einst als erster Musiker des Kongo
im prestigeträchtigen Olympia in Paris auftrat, zu Parlamentsabgeordneten
und verhalf ihnen so zu einem geregelten Einkommen. Nichts Neues in
Zaire, das heute Demokratische Republik Kongo heißt und wo solche
Gefälligkeitsgesten Tradition haben. Doch das Land ist ausgeblutet.
Und auch die kongolesische Musik, die einst ganz Afrika in Atem gehalten
hat, liegt am Boden. Ihre Stars leben heute in Brüssel oder Paris
und produzieren seit Jahren mit den immer gleichen Studiomusikern kommerzielle
Meterware von der Stange. Im Kongo selbst können MusikerInnen ihren
Beruf kaum mehr ausüben. "Ich würde mich wundern",
meinte der Gitarrist Bopol Mansiamina, "wenn man heutzutage einen
Satz Saiten in Zaire auftreiben könnte." An der Misere dürfte
sich wenig ändern, dass nun Kabilas Sohn von seinem ermordeten
Vater das Zepter übernommen hat. Afrika
um jeden Preis Mitten
in den politischen Wirren der Sechzigerjahre riss dann General Mobutu
die Macht im Zerfall bedrohten Kongo an sich, benannte Leopoldville
in Kinshasa um und startete seine "Authenticité"- Kampagne.
"Wir müssen", predigte Mobutu im Radio, "um jeden
Preis unsere Kultur reafrikanisieren". Inspiriert von einem Besuch
bei Mao Tse-Tung, verbot er kurzerhand westliche Anzüge und Krawatten
als Ausdruck kolonialer Bürokratie und entwarf ein nationales Kostüm,"
abacost" genannt.1974 holte er sich für knapp 10 Millionen
US-Dollar den Kampf Muhammad Ali gegen George Foreman ins Land und setzte
damit auf die internationale Landkarte. Kurz darauf beginnt seine Zairisierungs-Kampagne,
bei der Mobuto sämtliche ausländische Firmen enteignen und
unter seinen Getreuen verteilen ließ. Der Gitarrist Franco wird
aufgrund seiner guten Beziehung zu Mobuto zum Präsidenten der Musik-Gewerkschaft
Umiza und zum Chef des einzigen Plattenpresswerks Zaires und benutzt
seine Macht zu eigenen Zwecken. Er genehmigt Tourneen anderer Gruppen
nicht, verbannt Lieder aus dem Radio und behindert jene Orchester, die
seiner Band OK Jazz Konkurrenz machen. Bis
Anfang der 70er die "Nouvelle Generation" auf den Plan trat:
während der elegante Kabasele fürs reiche Establishment spielte
und der weniger gebildete Franco als Stimme der einfachen Leute Kinshasas
gefeiert wurde, definierten junge Bands den Rumba Congolaise neu und
begeisterten mit ihrem wilden, an westlichen Rock angelehnten Line-up.
Die Bläsersätze flogen raus, stattdessen standen jetzt rohe
Gitarren im Vordergrund, unterstützt von Schlagzeug und Elektrobass.
Statt der Paartänze durfte jetzt auch allein getanzt werden, statt
Anzüge und Krawatten trugen die Musiker Jeans und T-Shirts, und
statt steifer Nachtclubs gab es jetzt auch Bars. Und neue Moden: Legendär
wurde Papa Wemba, als exzentrischer König der Mode-Bewegung La
Sape. Auf der Bühne zog der "pape de la sape" schon mal
seine Schuhe aus und balancierte sie auf seinem Kopf, damit die anwesenden
Fernsehkameras das Markenetikett seiner teuren Weston-Schuhe sahen.
"la Griffe" nennt man das bis heute, den Tanz der Etiketten.
In einer seiner la-Sape-Hymnen singt Wemba. " Matebu, am Tag unserer
Hochzeit, da werde ich Giorgio Armani, Daniel Hechter und J. M. Weston
tragen"... Botschafter
der Mode Zipflo stellt in seinen Programmen die kongolesische Musik vom afrikanischen Kontinent und jene aus dem Exil gegenüber. Rumba Congolaise & Soukous sowie Wenge Musik. |