Habib Koité & Bamada im Konzerthaus Mittwoch
04. Juni 2008, 19.30 Uhr, Mozart-Saal

Was wäre eine Weltmusik-Reihe ohne Klänge aus dem Gelobten Land der afrikanischen Musik? Mit dem Gitarristen und Sänger Habib Koité ist Mali, dieses schier unerschöpfliche Reservoir herausragender Musikerpersönlichkeiten, auch diesmal wieder mit einem seiner international erfolgreichsten Interpreten präsent.

Der Angehörige einer Familie von Griots - jene fahrenden Sänger, die in Westafrika schon seit Jahrhunderten als Musiker und Geschichtenerzähler einen elitären Zirkel bilden - erfüllt das Bild des modernen Barden wie kaum ein anderer: Koité hat seinen eigenen Stil entwickelt, eine Mischung aus traditioneller Musik aus Mali und modernen westlichen Klängen. Er hat mit Erfolg die Klangfülle der traditionellen Kamale N'Goni auf die Gitarre übernommen, er vermischt das Spiel der Instrumente Tamani und Balafon mit den Rhythmen der Bambara-Musik, die Rhythmen des Nordens von Takamba mit jenen der Region der Songhai und zeichnet so ein äußerst facettenreiches Bild des musikalischen Mali.
Einen Großteil seines Lebens verbringt Koité mittlerweile auf Tournee mit seiner sechsköpfigen Band Bamada, die er 1988 mit langjährigen Musikerfreunden formte. Bald danach folgte der Durchbruch in der frankophonen Welt, z. B. mit dem ersten Preis beim Voxpole Festival in Perpignan oder bei Radio France Internationale, das ihm seinen Entdecker-Preis verlieh. 1995 erschien seine erste CD, die gleich einen zweiten Platz in den World Music Charts erreichte. Seitdem ist er ständiger Gast der großen World-Festivals und bricht Genre-Grenzen auch konzertierend auf, beispielsweise auf Tour mit dem Art Ensemble Of Chicago. Dabei ist Koité aber weit vom üblichen Afro-Pop entfernt, seine intensive Lyrik erzählt von Dingen, die ihm wichtig sind: die Rolle der Frau in der afrikanischen Gesellschaft, von Kindern, Hunger und Krieg. Ohne Pathos bleibt er Erzähler und überlässt dem Zuhörer die Interpretation. "Ich will dem Publikum keine Botschaften aufzwingen, sondern Geschichten erzählen und von Dingen, die mich beschäftigen."

Tinariwen am 5.06.2008 in der Szene Wien
Support:Dj.Zipflo

In ihrer Musik finden sich all die Ingredienzien, aus denen der Blues und später auch Rock und Funk hervorgegangen sind. Tinariwen bedeutet so viel wie „Leerer Ort“ und ist eine Reminiszenz der Musiker an ihren Lebensraum, die Wüste. An diesem leeren Ort in Mali, steht sie, die Wiege des Blues.

Tinariwen hören, heißt, den Ursprung der Musik des Mississippi-Deltas zu hören, so Carlos Santana. Der mexikanische Sänger und Gitarrist hat zum 40jährigen Jubiläum des Montreux Jazz-Festivals drei Abende gestaltet, an denen er die musikalischen Verbindungen zwischen Amerika, Lateinamerika und Afrika aufgezeigt hat. Ein Höhepunkt markierte der Auftritt Tinariwens.

Als Tinariwen in einer Triobesetzung nur mit Bass, Gitarre und Percussion den Abend in Montreux eröffneten, konnte man sich kaum ihrer erhabenen Bühnenpräsenz entziehen. Der tranceartige Gesang, der auf alten Tuaregmelodien basiert, und die repetierenden Gitarrenriffs lösten in ihren vielschichtigen Überlagerungen jegliches Gefühl für Raum und Zeit auf. Es war ein sehr nachhaltiger Moment. Kaum zu glauben, dass ein Teil der Musiker noch bis 1990 mit Kalaschnikows bewaffnet für die Freiheit der Tuaregs kämpften und diese nach dem Friedensabkommen mit Mali gegen Gitarren tauschten.
Tinariwens Texte handeln von dem Nomadenleben und den Entbehrungen, von Kriegserfahrungen und ihrem Drang, sich für die Autarkie und Freiheit ihres Volkes einzusetzen. Ihr originärer Wüsten-Blues begeistert längst nicht mehr nur Anhänger der Weltmusik. So ließ sich unter anderem Thom Yorke von Radiohead für sein Soloalbum von ihrem einzigartigen Gitarrenspiel inspirieren.

„Aman Iman” ist Tinariwens drittes Album und wurde in den jetzt schon legendären Bogolan-Studios eingespielt, die ihre Berühmtheit durch Ali Farka Touré erlangt haben. Wiederholt verblüffen die Musiker, die aus der Wüste kommen, mit außerordentlich dynamischen und zugleich anmutigen Melodien und Rhythmen. Robert Plant umschreibt sehr treffend das Gefühl, das die Musik Tinariwens auslöst: „Als ob man einem Tropfen lauscht, der in einen tiefen Brunnen fällt“. Vielleicht rührt daher der Albumtitel Tinariwens, denn „Aman Iman“ bedeutet so viel wie „Wasser des Lebens“.

“Club Sodade”13.06.08 im BIRDLAND ab 20:00h
Live :UNIDOS DE CALHETA & BATUCA (Kapverde),
Dj.Zipflo : Turntables (A)

Die Rhythmen und Melodien der Kapverdischen Inseln sind aus den internationalen Weltmusik-Ranglisten nicht mehr wegzudenken. Die noch immer überaus aktive kapverdianische Diva Cesaria Evora begeistert seit Jahren das internationale Musikpublikum. Schon tritt die nächste und übernächste Generation in ihre Fußstapfen. Auch sie bringt jene unvergleichliche Musikalität mit, wie sie nur in einem spielerischen und musikbesessenen Umfeld entstehen kann.

In Calheta de São Miguel, direkt an der Atlantikküste, ist der Einfluss der Naturgewalten allgegenwärtig. Das Rauschen des Atlantiks, die frischen Brisen und die nahen Bergketten schlagen sich unmittelbar im musikalischen Schaffen der zahlreichen Gruppen nieder. Die junge 10-köpfige Gruppe „Unidos de Calheta“ präsentiert lokale Musiktraditionen wie Funana, Coladera, Morna in Verbindung mit Tanz in neuem Gewand mit natürlichem Charme und enormen Elan. Allesamt strahlen die Mitglieder pure Freude an der Musik aus, wo und wann immer sich die Gelegenheit dazu bietet.
So stellen sie auf ihrem ersten Europagastspiel erstmals in Österreich auch die Tradition der Batuca vor. Eine SängerIn erzählt Geschichten, Neuigkeiten oder sonstige Lebensweisheiten, die der Chor der TrommlerInnen (Finacon) wiederholt TänzerInnen unterstreichen das Gesungene. Als Trommel dient ein mit Stoffresten und Kleidungsstücken vollgestopfter Plastiksack, der während der Darbietung mit den Oberschenkeln fest gehalten wird. Der rasante Funaná übt harsche Gesellschaftskritik und war lange Zeit auf öffentlichen Plätzen verboten. Nun ist dieser Stil, der mit einer diatonischen Harmonika und einem flachen Eisenstab (Ferro), der mit einem Messer als Perkussion gerieben wird, äußerst populär. Die "Unidos de Calheta" werden diese und noch andere Musikstile der Kapverdischen Inseln präsentieren .

Kapverde ist Schwerpunktland der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit


Ricardo Lemvo am 3.Juli 08 in der Szene Wien
support:Dj.Zipflo

Ricardo Lemvo, Pionier im Kombinieren lateinamerikanischer und afrikanischer Elemente, vermengt mit spielerischer Freude Soukous mit Son, Rumba mit Bachata und Merengue und Salsa mit HipHop zu vermengen und begeistert sich für lautmalerische A-Capella-Experimente.

Mit seiner in der kalifornischen Latino-Szene 1990 gegründeten Band Makina Loca („verrückter Tanz“) erhebt der im Kongo geborene Musiker seine fröhliche und gleichzeitig starke Stimme in zahlreichen Sprachen, wie Englisch, Französisch, Portugiesisch, Lingala und Kikongo. Lemvo zelebriert mit seinen Songs das Leben und inspiriert sein Publikum zum Vergessen und Wegtanzen aller Sorgen. Gemeinsam mit seiner Gruppe spielte Lemvo auf zahlreichen Festivals in Europa, Amerika und Australien und wurde für verschiedene Auszeichnungen, u.a. den California Music Award nominiert.

Mit vier Alben und vor allem mit seinen energiegelandenen Live-Performances begeistert die Makina Loca Tanzwütige von Europa über Amerika bis nach Australien. 1998 erhielt Lemvo bei den American World Music Awards den Titel "Emerging Artist of 1998". Seine neue CD "Ay Valeria" ist in Deutschland bei Musica Latina im Vertrieb und erreichte im Februar & März 2004 Platz 1 und 2 der europäischen Weltmusik Charts!

Ricardo Lemvo & Makina Loca - ein vibrierendes Kaleidoskop mit einer Fülle von Bildern aus dem Kern Afrikas und der karibischen Inselwelt.

Seun Kuti beim Wiesen Sunsplash 2008 - am 14.August
Festivalgelände Wiesen - Schöllingstraße - 7203 - Wiesen

Seun Kuti ist Fela Anikulapo Kuti 's letzter Sohn, und er tritt in die Fußstapfen seines berühmten Vaters Fela Kuti gilt als Begründer des Afrobeat und ist Nigerias bekanntester Popstar der 1970er und 80er Jahre. Weit über Afrika hinaus ist er bis heute berühmt für seine kraftvolle, originäre Musik; seine Bedeutung für die afrikanische, aber auch für die Popmusik ist durchaus vergleichbar mit der Bob Marley's im Reggae und Pop. Seun Kuti kann eine ähnliche Bedeutung für eine neue Generation von Musikfans erlangen.
Die prägende Erfahrung stets mit einer Combo aus mehr als zwanzig Sängern und Musikern auf der Bühne zu stehen, war ausschlaggebend dafür, dass der junge Musiker bereits im Alter von 15, als der Vater 1997 starb, die nötige Kraft und Stärke hatte, um seine Funktion als Bandleader zu übernehmen.
Auf den Straßen von Lagos wird Seun Kuti seither und selbstverständlich als Frontman der Egypt 80 akzeptiert. Heute, mit seiner 10jähriger Erfahrung als Bandleader und mit der entsprechenden Reife und Verantwortung, erweckt er mit dieser Band die ursprüngliche Inkarnation des Afrobeat wieder zum Leben, denn wie Seun sagt, "Die Band war die wichtigste Sache für meinen Vater. Ich wollte nicht, dass sie stirbt!".
Mit einem Mix aus Jazz und Funk, dem unverwechselbaren Groove afrikanischer Percussion und den "Kuti-typischen", politischen Phrasen und Gesängen führt Seun die Tradition des Afrobeats fort und bindet sich treu an das Erbe seines Vaters: "Afrobeat ist tanzbar und Afrobeat lebt!



Freshlyground (SA) am Fr.26.Sept. 2008 in Joe Zawinuls Birdland
Support: Dj.Zipflo

Freshlyground ist eine Südafrikanische Afro-Fusionsband, die 2002 in Kapstadt gegründet wurde. Die Bandmitglieder kommen aus Südafrika, Mozambik und Zimbabwe. Freshlyground integrieren Elemente von traditioneller südafrikanischer Musik (wie Kwela und afrikanischen Folk) mit Blues, Jazz und Indie-Rock. Die Leadsingerin ist Zolani Mahola, deren außergewöhliche Stimme zu dem einzigartigen und frischen Sound der Band beiträgt. In Südafrika haben sie viermal Platinum für ihre CD Nomvula bekommen und waren wochenlang die Nummer 1 in den Charts . Sie bekamen 2006 den MTV Europe Musik Award als "best African act".

Der südafrikanische Fußballverband wählte Freshlyground für als Kulturbotschafter der Fußball WM 2010 aus und holte sie während der WM 2006 nach Deutschland. Sie begeisterten die Rheinländer und ihrer Gäste bei "Africa is Calling" am 03.07. zusammen mit Johnny Clegg u.a. am Tanzbrunnen in Köln und am 06.07. im Kölner Stadtgarten.
Vom 12.07. bis 30.07. waren Freshlyground auf einer ausgedehnten sehr erfolgreichen Tournee durch Großbritannien unterwegs. Es folgten Anfang August einzelne Auftritte in Italien (Meran), Irland und auf der Burg Wilhelmstein bei Aachen.
Nach einem kurzen "Erholungsurlaub" in ihrer Heimat waren sie im September erneut in Europa auf Promotiontour für ihr nun in ganz Euopa erschienes Album "Nomvula". Sie spielten u.a. in Clubs in Hamburg, München. Berlin und Köln und als Support von B.B. King vor 6.000 begeisterten Zuschauern in Paris und im ausverkauften Shepherds Bush in London.