Hanggai (China)
31.07.10 A-Krems Glatt und Verkehrt

Junge Chinesen entdecken ihre musikalischen Wurzeln: Hanggai schöpfen aus dem reichhaltigen und wunderbaren Lieder-Fundus der Grassteppen der inneren Mongolei. China hatte nicht immer ein feines Gehör für seine Minderheiten, für die ältere Generation ist die Kulturrevolution noch gar nicht lange zurück. Doch das Riesenland ist im Aufbruch, junge Musiker entdeckt ihre Tradition neu.

Als der Pekinger Punkrocker Ilchi zum ersten Mal Throatsinging hörte, war er festentschlossen, seiner mongolischen Herkunft auf den Grund zu gehen. Er reiste dorthin, traf zwei traditionelle Musiker namens Hugejiltu und Bagen, und bald darauf war Hanggai geboren. Gegründet in Peking, aber traditionellen mongolischen Lieder gewidmet, hat Hanggais weitläufige, unbestreitbar großartige Musik viele Fans gefunden.

Auch im Ausland ist die Band seit 2009 sehr erfolgreich: die Sommertour führte sie auf große Festi-vals wie Roskilde, Lowlands, Sfinks, Womad und Sziget, auf denen sie das Publikum zum Toben brachten. Im Oktober sind sie mit einem offiziellen Showcase bei der Womex vertreten.

Die Musik von Hanggai basiert auf traditionellen Melodien aus dem Grasland. Gespielt wird mehrheitlich auf der zweisaitigen Laute Tobshuur und der Pferdekopfgeige, gesungen in mongolisch, auch mit der Technik des Obertongesangs. Die beiden Produzenten aus dem Westen, Matteo Scumaci und Robin Haller, waren sehr zurückhal-tend in ihrer Arbeit. Die Arrangements sind sorgfäl-tig und brechen nicht in die Soundstruktur der Lieder aus dem Grasland ein, der Obertongesang wird nicht zur artistischen Stimmakrobatik.

Hanggai singen über mongolische Robin Hoods, mixen Throatsinging mit Rock Elementen und klei-den sich wie Männer aus der Steppe, obwohl sie in der von Menschen wimmelnden Metropole Peking leben. Aber Widersprüche zum Ausdruck zu bringen, liegt den ethnischen Minderheiten in China – nur dieses Mal ist es anders.

Mit ihren natürlichen Stimmen, den elegant arangierten Songs, der erstklassigen Produktion des Albums und den merkwürdigerweise vertrauten Melodien haben Hanggai den Sprung vom Folk-Phänomen zu Crossover-Pionieren geschafft, ohne dabei ihr Seele zu verlieren. Gegründet und gedacht für das weite, offene Land der Mongolei wird diese Musik jedem Heimweh bereiten – Heimweh nach einem Ort, an dem man noch nie war.


KING KORA
Grossartige Koramusik mit Musikern aus Westafrika und Europa
Worldmusicfestival „hiesige & dosige“
Wieselburger Schlosspark Niederösterreich
Samstag, 07. August 2010

Die feierlich swingende Musik der Multinationalen Band KING KORA hat ihre Wurzeln in der traditionellen, westafrikanischen Musik. Die Musik von KING KORA ist aber auch durch die okzidentale Mühle gelaufen, mit Entdeckungsfreude und Feingefühl arrangiert worden und präsentiert sich als kraftvolle und eigenständige Koramusik aus dem Weltdorf. Dabei ist der Klang der Band geprägt vom Griotgesang, dem Klang der Kora, dem Swing der Bläser und den erfrischenden Grooves, die kein Bein ruhig stehen lassen. In seinen Liedern singt der Griot Lamin Jobarteh von Helden, Unrecht, den Schwierigkeiten des Fremden und erzählt singend Familiengeschichte. KING KORA spielten schon ein paar Konzerte in Thun, auch im Rahmen des Festivals <AM SCHLUSS> und wir freuen uns immer wieder auf die Begegnung mit dieser lebendigen, weitgereisten, Truppe.
Line-up: Lamin Jobarteh (Gambia) Kora, Vocals / Roger Greipl (CH) Saxophon, Backing Vocals / Jean-Claude Torko (Togo) Bass, Backing Vocals / Brandy Butler, Vocals / Marco Sigrist (CH) Gitarre / Magatte Ndiaye (Senegal) Perkussion / Sylvain Petite (F) Schlagzeug / Benjamin Danech (CH) Trompete, Flügelhorn / Michael Flury (CH) Posaune.

Rocky Dawuni and Vitamin X auf Europatournee 2010
& SAM BRISBE AN THE BLACK SOUL
am 7. August auf der Beach Party Guntramsdorf

>>Programm<<
Rocky Dawuni gehört in die Kategorie der wenig bekannten, international anerkannten
Afro und Reggae Künstler aus Afrika wie Lucky Dube (R.I.P.), Alpha
Blondy, Majek Fasek, Manu Dibango, Angelique Kidjo .a. Während ganz Europa diesen großartigen Künstler Jahre lang verschlafen hat, ist ROCKY in Afrika und Amerika bereits ein gefeierter Star. Er stand mit Stars wie STEVIE WONDER, PETER GABRIEL und BONO (U2) auf der Bühne.
In Afrika hat Rocky mit seiner Musik schon viele Awards gewonnen. Dort kommen nur Stadien und Open Air Festivals mit Publikumskapazitäten ab 20,000 aufwärts in Frage.
In den U.S.A. ist er schon vor 35,000 Leuten beim Vermont Reggae Festival aufgetreten, und manche Journalisten sagen:
„Rocky ist „One of the next 100 people to watch in the entertainment industry". Sein Mix aus Reggae und Afro Beat ist einfach ansteckend. Seine Kompositionen sind inspiriert von Künstlern wie Bob Marley, Fela Kuti, Curtis Mayfield und James Brown. Rocky Dawuni liebt seine Heimat Ghana. Dennoch entschloss er sich, für einige Zeit in die Vereinigten Staaten zu gehen.
Besonders Los Angeles bietet ihm durch seine Kulturenvielfalt, Kunst und Philosophie ein Milieu, das seiner persönlichen Entwicklung dient. Rocky Dawuni pendelt kontinuierlich zwischen den beiden Kontinenten, um seine vielfältigen Projekte zu pflegen.

Hugh Masekela (Südafrika)
Letzte Meldung: Es gelang Masekela für 3 Abende nach Wien zu lotsen.
Er spielt von
11.- 13. August im Porgy & Bess

Der talentierte Jazzmusiker ist eine lebende Legende der südafrikanischen Musik. Entdeckt und gefördert wurde er 1954 von dem britischen Geistlichen und Anti-Apartheid-Aktivisten Trevor Huddleston. 1956 erhielt er eine Trompete Louis Armstrongs. Zusammen mit Abdullah Ibrahim war er Mitglied der Band Jazz Epistles, die Ende der 1950er-Jahre das erste Modern-Jazz-Album Südafrikas einspielte. Als scharfer Apartheidsgegner ging er 1961 ins Exil, zuerst nach London, dann in die USA und später in verschiedene afrikanische Länder. Er war Schützling von Dizzy Gillespie und Miles Davis und spielte als Gast zusammen mit The Byrds, Paul Simon. Auch bei den ersten Einspielungen von Bob Marley wirkte er mit. Der Musiker mischt populäre afrikanische mit amerikanischen Einflüssen, d.h. traditionelle Xhosa-, Zulu- und Swazi-Musik und revolutionäre Gesänge der Townships mit jazzigeren Klängen aus Manhattan. Er komponierte „Bring Him Back Home“, das zur Hymne der Bewegung für die Befreiung Nelson Mandelas wurde, sowie das in Europa sehr erfolgreiche Musical „Sarafina“. (arte)
Als „last minute“-Aktion ist es uns nun doch gelunge, jenen Musiker einzuladen, an dem wir schon lange „gearbeitet“ haben. An drei Abenden haben Sie die einmalige Gelegenheit die Musikerlegende aus Südafrika live zu erleben. Don’t miss this!! CH

Eintritt: 35.- € Sitzplatz, 28.- € Stehplatz


6. Afrika-Tage Wien
30. Juli bis 15. August 2010
.Donauinsel Floridsdorfer Brücke

Out of Afrika - mitten in Wien

Das 6. Wiener Afrika Festival findet auf der
Donauinsel statt. Wir laden Sie ein, an 17 Tagen die einzigartige Kunst & Kultur Afrikas mitten in Wien zu erleben. Wir werden Künstler aus ganz Afrika nach Österreich bringen und mit der hohen Qualität des Kultur- und Ausstellungsprogramms das Erbe Afrikas, seine Vitalität und Lebensfreude für alle Besucher greifbar machen.

Wir freuen uns über Ihr Interesse an den Afrika Tagen Wien 2010. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen für Ihren Besuch der Afrika Tage auf der Donauinsel : programm

Die Afrika-Tage bieten der afrikanischen Kultur eine tolle Bühne, um die Menschen und deren soziale Lage, ihre Musik und nicht zuletzt die kulinarischen Spezialitäten dieses Kontinents aus nächster Nähe kennenzulernen. Denn nur durch den direkten Dialog über Grenzen hinweg ist der Abbau von Vorurteilen und ein gegenseitiges Verständnis möglich. In diesem Sinne wünsche ich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Afrika-Festivals auf der Donauinsel alles Gute und viele spannende Stunden.
(Bundeskanzler Werner Faymann)


Angélique Kidjo (Benin)
Samstag, 14.08.2010 - Afrika Tage Wien
02.04.11 A-St. Pölten Festspielhaus St. Pölten

„Ihr Geist ist unbesiegbar, und sie erweckt alles, was sie berührt, zum Leben.“ Peter Gabriel.

Mit ihrem neuen Album „Djin Djin“ entführt Angelique Kidjo uns in ihr Heimatland Benin. Die viermal für einen Grammy nominierte Sängerin und Songwriterin wuchs in dem Hafenstädtchen Cotonou auf, das am Südzipfel des kleinen westafrikanischen Landes liegt, das immer wieder von politischen Unruhen heimgesucht wurde. Diese waren es auch, die Angelique Kidjo bewogen, ihr künstlerisches Glück zunächst in Paris, der Hauptstadt der Weltmusik, zu suchen, und sich schließlich als gefeierter Star der Weltmusikszene in New York niederzulassen, wo sie noch immer lebt. Ihre bestechende Stimme, ihre becircende Bühnenausstrahlung und ihr Einfühlungsvermögen in eine Vielzahl von Sprachen und Kulturen haben ihr unter anderen Künstlern viel Respekt und weltweit eine große Anhängerschaft eingebracht. Es verschaffte ihr auch den Kontakt zu humanitären Organisationen, die die Leidenschaft in den Texten ihrer Lieder spürten. Seit vielen Jahren widmet sie sich nun schon internationalen Wohltätigkeitsprojekten, unter anderem als Sonderbotschafterin der UNICEF für die Kinder der Erde.

Kidjo ist weit gereist und hat auf unzähligen Bühnen die Zuschauer in ihren Bann geschlagen. Mit „Djin Djin“ kehrt Kidjo nun zu ihren musikalischen Wurzeln zurück und der Kreis ihres Lebens scheint sich zu schließen, wenn sie auf ihrem neuen Werk zahlreiche internationale Künstler in die musikalische Welt ihrer Heimat geleitet.

Als Kind war Kidjo fasziniert von dem Cover eines Jimi-Hendrix-Albums, das sie dazu inspirierte, den afrikanischen Wurzeln in der amerikanischen, brasilianischen und karibischen Musik nachzuspüren. Das Ergebnis war die Grammy-nominierte Trilogie der drei Alben „Oremi“, „Black Ivory Soul“ und „Oyaya“. Mit „Djin Djin“ kehrt Angelique Kidjo nun zu der Seele von Benin zurück und teilt diese erstmals mit einer All-Star-Riege – eine Vermählung von Kulturen, die weit über den musikalischen Bereich hinaus von Bedeutung ist. Inspiriert von den Traditionen und der Kultur ihrer Heimat im Westen Afrikas, verweist schon der Albumtitel auf die Glocken, die allmorgendlich in Afrika den neuen Tag begrüßen.

Die große musikalische Bandbreite, die durch Künstler wie Alicia Keys, Peter Gabriel, Josh Groban, Carlos Santana, Joss Stone, Branford Marsalis sowie den Produzenten Tony Visconti und weitere Teilnehmer gegeben ist, redet Bände über das Projekt: So unterschiedlich Musik heutzutage auch ist, der Fluss Afrikas durchströmt alle Stilrichtungen.

Die Grundidee war, „Djin Djin“ auf der Musik Benins zu fundieren. Den Herzschlag geben die Perkussionisten Crespin Kpitiki und Benoit Avihoue, die beide der Gangbé Brass Band von Benin angehören. Die Rhythmik des gesamten Albums basiert auf Elementen des rhythmischen Erbes von Benin, das teilweise von Dorf zu Dorf unterschiedlich ist.

Diese Mischung ergänzt Kidjo mit Musikern, deren Hintergrund die Idee von „Djin Djin“ vervollkommnet: Schlagzeuger Poogie Bell, bekannt für seine Arbeit mit Erykah Badu und Chaka Khan; Amp Fiddler, der Magier des Funk-Keyboards, der schon mit Prince und George Clinton spielte; Multiinstrumentalist Larry Campbell, der mit Bob Dylan, Emmylou Harris und Paul Simon arbeitete; der Bass-Gigant Habib Faye aus dem Senegal, der regelmäßig mit Youssou N’Dour kollaboriert; der Kora-Meister Mamdou Diabate sowie die Gitarristen Lionel Loueke von der Band der Jazzlegende Herbie Hancock, das brasilianische Wunderkind Romero Lubambo, der mit Diana Krall und Dianne Reeves gespielt hat, und Joao Mota aus Guinea-Bissau.

Jeder einzelne Musiker ist ein Virtuose und, viel wichtiger, offen für kreative Experimente. „Mir war es wichtig, dass jeder dieser großartigen Musiker mit mir kommt, zu meinen musikalischen Wurzeln“, erläutert Kidjo. „Ich habe diese Wurzeln nie verleugnet, denn ich kenne meine Identität, und ich weiß, dass, wenn man mit Musik etwas geben will, man sich positionieren muss zwischen den anderen Individuen, die vielleicht aus anderen Kulturen stammen und andere Hintergründe haben. Erst dann tun sich Wege auf, die einem zeigen, dass wir uns eigentlich doch nicht so sehr unterscheiden.“

Einige der Texte des Albums „Djin Djin“ sind in den Sprachen von Benin, Nigeria und Togo. Zwar hat die Künstlerin schon viel auf Englisch und Französisch gesungen, doch für dieses Projekt waren ihr die Sprachen ihrer Kindheit wichtiger. Das Stück „Djin Djin“ erinnert einen daran, jeden flüchtigen Moment des Lebens möglichst voll auszukosten. In ihren Liedern behandelt sie die Freuden und Leiden des Lebens: Das Wunder der Geburt („Salala“), die Einzigartigkeit jedes Menschen auf diesem so dicht bevölkerten Planeten („Arouna“), die verführerische Seite von Gewalt („Mama Golo Papa“), die Möglichkeit von Musik, zu heilen und zu belehren („Sedjedo“), sowie die zunehmende Vereinsamung in der modernen Gesellschaft („Emma“).

Doch Kidjo gibt auch ihrer Wut eine Stimme, die sich vor allem gegen die Reichen wendet, die unfrei sind aufgrund ihrer Sucht nach Geld („Senamou (C’est l’amour)“). Sie freut sich auch auf den Tag, wenn sich verzweifelten Jugendlichen andere Möglichkeiten im Leben bieten, als Afrika zu verlassen, um ihr Glück anderswo zu suchen. Auf ihrer Version von Sades „Pearls“ besingt sie Frauen, die stark sind und doch unterdrückt werden und nicht fähig sind, den Schmerzen der Existenz zu entfliehen. Eine weitere Coverversion ist „Lonlon“, ein brillantes A-cappella-Arrangement von Ravels Bolero, wo sie die Verbindungen zwischen klassischer, europäischer und nordafrikanischer Musik beleuchtet. Und auf „Gimme Shelter“ verwandelt Kidjo den Rolling-Stones-Klassiker in eine überschäumende, Grenzen überschreitende Leistung, die dennoch auch als Warnung zu verstehen ist.

„Dieses Stück bedeutet mir viel“, sagt sie. „Man muss sich nur mal umschauen: In unseren Straßen brennt es. Terroristen, die behaupten, im Namen Gottes zu agieren, zerstören alles, wofür wir gearbeitet haben. Wenn man den Menschen, die es am Nötigsten brauchen, keinen Schutz gibt, wenn man sie nicht wie Brüder und Schwestern behandelt, welche Hoffnung bleibt uns dann noch?“

Die Beteiligung der diversen musikalischen Größen verdeutlicht Kidjos Konzept: Indem „Djin Djin“ in dieser Melange aus afrikanischer und westlicher Kunst jedem individuellen Künstler Raum für seine Fähigkeiten bietet, feiert das Album die Schönheit der Diversität und die Einheit aller Kulturen, die Kidjo durch ihre Musik bewirkt.

Zu den Giganten zählen Peter Gabriel auf „Salala“ („Er hat so viel für die afrikanische Musik getan, ja, in seinem Gesang, seiner Bewegung, seinem Songwriting steckt etwas Afrikanisches“); Alicia Keys auf „Djin Djin“ („Als sie im Studio die Trommeln von Benin hörte, sagte sie, ‚Wow, das ist HipHop!‘ Sie verstand es genau richtig, und sie hat wunderschön gesungen.“) Joss Stone auf „Gimme Shelter" („Wir sind befreundet, und als ich ihr vorspielte, was wir im Studio gerade machten, bestand sie darauf, daran teilzunehmen, worüber ich sehr froh bin.“); Josh Groban auf „Pearls“ („Sein Gesang ist so mühelos und doch weiß man genau, dass es nicht einfach ist, auf einem so kunstvollen Level zu singen“); Ziggy Marley auf „Sedjedo“ („Er kennt die Verbindungen zwischen der jamaikanischen Musik und den Rhythmen Afrikas bestens – vor allem den Gogbahoun-Rhythmus meines Dorfes“); Carlos Santana auf „Pearls“ („Er spielt nicht bloß Gitarre, er singt, tanzt, swingt und weint mit ihr – und er bringt für Afrika Riesenrespekt auf!“); Branford Marsalis auf „Djin Djin“ („Er ist mein Bruder! Wenn er spielt, weiß man vorher nie, was man hören wird oder wohin seine wunderbaren Ideen die Musik führen werden“); sowie Amadou und Mariam auf „Senamou“ („Wir sind schon sehr lange befreundet, es war für mich ein besonderes Geschenk und ein Segen, die beiden mit auf dem Album zu haben“).

Der Produzent Tony Visconti (David Bowie, Morrissey) half, jedes einzelne Stück auf dem Album „Djin Djin“ zu voller Blüte zu bringen. Die Aufnahmen fanden in den mit Sofas und Teppichen gemütlich eingerichteten Electric Lady Studios in New York statt. Die Leistungen aller Beteiligten stellen unter Beweis, welche Kraft Musik hat und wie sie diejenigen, die Musik machen oder hören, zugleich vereinen und befreien kann.

„Als die Aufnahmen fertig waren, waren alle etwas traurig, denn während der zwei gemeinsamen Wochen hatten wir uns wie eine große Familie gefühlt“, erinnert sich Kidjo. „Musik bringt uns zusammen, aber wenn sie vorbei ist, geht man nach Hause, in sein Umfeld, und man spürt, dass man etwas ändern kann. Man muss stolz sein auf das, was man ist. Egal, ob man in Amerika, Afrika oder sonst wo geboren wurde, man kann das Leben feiern.“

Kidjos Argument ist ebenso einfach wie tiefgründig: Mit „Djin Djin“ beginnt die Feier, und wie lange sie anhält, muss jedermann für sich selbst entscheiden.
On Tour


Virginia Mukwesha (Zimbabwe)
13.August 2010 - Lokal Bühne (Freistadt)
Ort: Salzhof - Kategorie: Frauenstimmen

Zwanzigtausendjahrealte Musik als modernen Pop spielen, ein 1500 Jahre altes Leadinstrument benutzen und dazu Lebensweisheit und Angriffslust gegen patriarchale Strukturen verbreiten – Virginia Mukwesha ist mit dieser Mischung höchst erfolgreich.

Ihre Karriere begann Mukwesha mit zwei radikal verschiedenen Musikstilen: Mbira und Jiti. Mbira erlernte sie als Jugendliche bei mehrstündigen Ahnenbesessenheitszeremonien. Den Jiti erfand sie, indem sie einen ländlichen Geschlechterkampftanz elektrifizierte und mit modernen Texten die Männerherrschaft in ihrem Heimatland Simbabwe attackierte.

Tradition und Moderne sind für Virginia Mukwesha kein Gegensatz, sondern befruchten sich. Aus völlig verschiedenen musikalischen Ingredienzen etwas vollkommen Neues zu kreieren, ist die Kunst von Virginia Mukwesha. Sie bewahrt die Tradition, indem sie sie verändert. und fusionierte ihre beiden radikal verschiedenen Musikstile, sodaß sie mittlerweile als „Cultural Ambassador of Zimbabwe“ allgemeine Anerkennung erfährt. Mit ihrer Mbira umarmt sie die Welt, indem sie Zora, Soukous, Ragga, Soca, Jive, Mbaqanga und andere Rhythmen in ihre Musik integriert.


Somalischer Rapper K'Naan
liefert mit "Wavin' Flag" den WM-Song
K'Naan hat zur großen Fußball WM-Eröffnungsveranstaltung am 10.06. in
Johannesburg vor 30.000 Menschen seine WM-Hymne gesungen.
Live am 31.August 2010 in der Szene Wien

Mit "Wavin' Flag" hat der in Kanada lebende somalische Rapper K'Naan bei "Coca Cola" einen Nerv getroffen.
Sein melodischer Song über das Aufwachsen in den afrikanischen Straßen und die Hoffnung auf ein besseres Leben in der Zukunft wurde zum Lied der südafrikanischen Fußball-WM des Getränkeherstellers erkoren. Bei einem Interview in Wien sprach der 31-Jährige über die Bedeutung des Fußballs für Afrika, seine Verbindung zu seiner Heimat und den wilden Stilmix aus Reggae, Soul, Pop und Hip-Hop auf seiner Platte "Troubadour" (Universal). "Fußball ist ein Weltspiel", so K'Naan. In seiner Heimat Somalia und auch im übrigen Afrika "ist es die Sportart Nummer Eins. Deshalb ist es für Südafrika etwas ganz Besonderes, die WM auszurichten. Das war schon längst überfällig", so der Sänger, der ursprünglich Augenarzt werden wollte, sich nun aber voll und ganz der Musik widmet.

Seine Heimat Somalia besucht K'Naan eher selten, er habe damit aber eine starke mentale Verbindung: "Der Geist meiner Musik ist mit Somalia verbunden, von dort kommen die Melodien, die ich träume." Diese Melodien würden "Kindern überall auf der Welt helfen", vor allem in Afrika würden viele Kinder sich selbst in ihm sehen. "Durch mich sehen sie, dass es möglich ist, Dinge zu tun", so K'Naan, der mit bürgerlichem Namen Kaynaan Warsame heißt und als 13-Jähriger mit seiner Familie nach New York City und später nach Kanada auswanderte. Seine zahlreichen Promotion-Auftritte in Südafrika genießt er in vollen Zügen: "Ich werde wieder zu einem Kind, wenn ich dort bin. Dabei darf ich nicht vergessen, dass ich ja einer Verpflichtung nachzukommen habe", so der bekennende Fußball-Fan, der laut eigenen Angaben "nur beim Fußball-Schauen ein normales Sozialleben" entwickelt. "Da komme ich aus meiner Zurückgezogenheit."

Die unterschiedlichen Musik-Stile auf seinem Album "Troubadour", die von Rap über Rock bis zu Reggae reichen, sind seiner Persönlichkeit geschuldet: "Ich bin nicht nur eine Person, ich will reflektieren, wer ich bin. Ich will ehrlich sein. Mir gefällt vieles: Von Bob Marley bis zu Bob Dylan", grinst K'Naan. Und er stellt einen klaren Zusammenhang zwischen Sport und Musik fest: "Es gibt nur zwei Gründe, warum Menschen plötzlich die Waffen niederlegen: Musik und Sport". Er sei überglücklich, mit dem WM-Song "Wavin' Flag" nun beide Seiten zu vereinen


LAURA LÓPEZ CASTRO
05.10.2010 in der Szene Wien

Die spanische Sängerin Laura López Castro und der deutsch-französische Gitarrist Don Philippe stellen Ihr drittes Album vor. Es ist ein Album, das einen Abschiedsschmerz in sich trägt, wie alle bisherigen Alben des Komponistenduos, das sich aber frei gemacht hat, das unprogrammatisch ist und undogmatisch. „Es ist etwas geworden, was wir immer schon waren“, sagen die beiden, „und zwar jeder für sich, und doch vereint.“

Indem sie ihrer Handschrift verbunden geblieben sind, die Komplexität aber reduziert, ausgedünnt und zugleich abstrahiert haben, ist das Werk dem
Independent näher gerückt. Es ist ein neuartiger Stil, ein neuer Sound, mit dem dieses Album verführt. Percussion & Synth-Klänge , Kontra- & E-Bass (Paul Kleber) Mandoline & Pedal-Steel (Jo Ambros), ein präpariertes Klavier (Hauschka), Harmonium (Sebastian Studnitzky) u.v.a. sind die neuen Begleiter.

Es macht den Zuhörer staunen, wie Musik zugleich vollmundig und pur klingen kann, wie eine auserwählte Rohheit den Kompositionen Reinheit und Tiefe beschert, wie die Schönheit der Musik sich gerade im Schnörkellosen wiederfindet. Laura López Castro & Don Philippe sind bei sich angekommen. Wenngleich unter einem Himmel, der unendlich scheint, stehen die Kompositionen so felsenfest, geradezu tantrisch, als gäbe es sie seit eh und je.

Am 13. August wird ihr Album released und die beiden lassen es sich natürlich nicht nehmen auf einen Stelldichein nach Wien zu kommen - LIVE am 5. Oktober in der Szene Wien.



Salif Kaita & Band (Mali)
23.Oktober 2010, 19:30 Uhr
im -Konzerthaus

Traditionell im wohlgemeintesten Wortsinne gibt sich der malische Sänger Salif Keita auf "M'Bemba" (2006). In überschwänglicher Spielfreude zelebriert er darauf seine afrikanische Seele und sein in Europa gefundenes Lebensglück. Die Dinge nehmen ihren Lauf in einer leidvollen Kindheit, die vom Wunsch internationalen Musikgeschäft Fuß zu fassen. Das ist auch schier die einzige Möglichkeit die ihm bleibt, denn er kommt 1949 als Albino zur Welt, was noch eine Weile zuvor seinen sicheren Tod bedeutet hätte. Da blaues Blut in seinen Adern fließt, genügt es jedoch, ihn wegen seiner weißen Hautfarbe aus Familie und Gemeinde zu verstoßen. In der Musik sieht Salif Keita den einzigen Ausweg aus diesem Unheil.
Von seinem Geburtsort Djoliba wandert er zunächst in die Hauptstadt Malis, Bamako, und verdient sich seine ersten musikalischen Sporen als Griot, als herumziehender Musikant, der für Almosen singt. Die nächste Station ist ein abgestürzter Nachtclub, den er gemeinsam mit seinem Bruder bespielt. Schließlich landet er 1969 als 16-Jähriger in der Rail Band Of Bamako, einer populären, von der Regierung gesponserten Truppe, die sich einen festen Lebensunterhalt durch regelmäßige Auftritte im Buffet Hotel De La Gare sichern kann.

1973 verlässt er seine Heimat Mali, um zusammen mit Kanté Manfila und den Les Ambassadeurs International seine Karriere - zunächst in der Hauptstadt der Elfenbeinküste, Abidjan - zu starten. Ihr Mix aus traditioneller westafrikanischer Musik und westlich geprägter U-Musik erobert unter dem Label Afropop die Herzen der Menschen. Der Durchbruch gelingt 1978 mit dem Album "Mandjou" und ermöglicht Keita und Manfila einen dreimonatigen Aufenthalt in New York, um dort die Alben "Primpin" und "Toukan" aufzunehmen, die mühelos an den Erfolg von "Mandjou" anknüpfen.

Dennoch steht Salif Keita der Sinn mehr nach Europa, genauer gesagt nach Paris. Dort ist die Afropop-Szene dank schillernder Galionsfiguren wie Manu Dibango, Ray Lema und Pierre Akendengué gerade am boomen. Im Frühjahr 1984 macht er sich auf zu einem triumphalen Auftritt bei einem Crossover-Festival, der seinem Leben eine neue Richtung gibt. Überwältigt von den Reaktionen des französischen Publikums beschließt er, von Abidjan in den Pariser Vorort Montreuil zu ziehen.

Paris bildet den idealen Nährboden für seinen Siegeszug durch Europa. Das Solodebüt "Soro" erscheint 1987, kombiniert seine afrikanischen Wurzeln mit den euro-amerikanischen Zutaten Jazz, Funk, R&B und Pop, und ist für den endgültigen Durchbruch im internationalen Musikgeschäft verantwortlich. In den 90ern ist er als Solokünstler und als Kollaborateur ein gefragter Mann. Joe Zawinul, Carlos Santana, Wayne Shorter, Mory Kante, Toure Kunda, Papa Wemba, Manu Dibango, Youssou N'Dour und zahlreiche Andere greifen gerne auf seine Dienste zurück.

Mit dem 2002 erscheinenden Album "Moffou" erfährt seine Vita erneut eine Wende. Es zieht ihn musikalisch und persönlich zurück in seine Heimat Mali. Seit "Moffou" werden seine Alben nicht mehr von den grenzgängerischen Fusionskämpfen, die von Synthesizer, Saxophon und E-Bass mit Balafon, Djembe und Kora ausgetragen wurden dominiert, sondern von rein akustischen Klängen und hauptsächlich traditionellen afrikanischen Instrumenten.

2006 erscheint "M'Bemba". Auf die Frage, ob "M'Bemba" ein Thema hat, sagt Keita: "Es geht ums Lieben, Glücklichsein und ums Akzeptiertwerden, egal wie oder was man ist." Neben lebensfrohen Songs ("Laban", "Calculer", "Kamoukie") und hypnotisierenden Grooves ("Yambo"), hält "M'Bemba" auch einige nachdenkliche Momente bereit. Auf dem Titelsong, der übersetzt "Vorfahre" bedeutet, nutzt Salif Keita die Gelegenheit, um an einen seiner berühmten direkten Vorfahren zu erinnern: den legendären Mandinka-Herrscher Sundiata (oder Sounjata) Keita. Er gründete 1240 das malische Reich, dessen damalige Grenzen den Senegal, Guinea, Burkina-Faso, Mauretanien, die Elfenbeinküste und den Niger umfassten.


Paula Morelenbaum
Mittwoch, 27. Oktober 2010 um 20.00 Uhr im Mozart-Saal

Paula Morelenbaum, die als musikalische Weggefährtin von Antonio Carlos Jobim international bekannt wurde, gilt mittlerweile selbst als eine der wichtigsten Vertreterinnen der brasilianischen Musikszene. Mit ihrer sanften, betörenden Stimme und mit zeitgemäßen Arrangements verleiht sie dem Herzstück der modernen brasilianischen Musik, dem Bossa Nova, ergreifenden Ausdruck.

Bereits für ihr erstes Soloalbum 1994 erhielt sie den Brazilian Music Award und ihr aktuelles, im April 2010 auch in Europa erschienenes Album «Telecoteco» wurde in Brasilien kürzlich unter die drei besten Alben des Jahres gewählt. Es versammelt die unterschiedlichsten Einflüsse der gegenwärtigen brasilianischen Popkultur, gepaart mit dem Repertoire der 30er bis 60er Jahre – in der Interpretation von Paula Morelenbaum ein unwiderstehliches Brasilien-Erlebnis. Im Zuge einer großen Europa-Tournee gastiert die Grande Dame des Bossa Nova nach zehn Jahren endlich wieder im Wiener Konzerthaus


Cheikh Lo (Senegal)
5.November 2010 im Porgy & Bess

Geboren 1955 in Bobo Dioulasso, Burkina Faso nahe der malinesichen Grenze. Er wuchs dort multilingual mit den Sprachen Bambara, Wolof und Französisch auf. Von kleinauf von Musik fasziniert, verließ er die Schule, um sich auf geliehenen Instrumenten das Gitarre und Schlagzeugspielen beizubringen. Als Teenager hörte Cheikh Lô alle Arten von Musik. Seine Vorliebe galt jedoch dem Rumba aus Zaire, dessen Wurzeln in dem kubanischen Son liegen. Besonders in den 50er Jahren überfluteten kubanische Rhythmen West Afrika und zogen den Künstler in ihren Bann.

Im Alter von 21 Jahren trat er mit dem Orchestra Volta Jazz in Bobo Dioulasso auf. 1970 ging er nach Dakar , wo er den bekannten Sänger OUZA als Schlagzeuger unterstützte. 1985 verschlug es den Künstler nach Frankreich. Dort schloß er sich schnell der Pariser Studiomusiker-Szene an. Cheikh erinnert sich: "Studio-schlafen-Studio für zwei Jahre. Ich liebe Musik aus Zaire und Kamerun und absorbierte in jener Zeit viele dieser Einflüsse. Vielleicht hört man auch ein bißchen Papa Wemba in meinem Gesang." Nach seiner Rückkehr in den Senegal entschloß er sich, einen Produzenten für seine eigene Musik zu begeistern.

YOUSSOU N'DOUR entdeckte Cheikh Lô 1989 als Backgroundsänger und Schlagzeuger während der Aufnahmen von N'DIAGA M'BAYA, einem traditionellen Grioten. "Wenn er sang, war ich überwältigt oder ich war von seiner Chorstimme überwältigt", erklärt N'Dour, "lernte ihn aber erst mit seinem Album "Doxandeme" kennen, ich hörte seine Stimme und sagte "Wow" - in seiner Stimme fand ich etwas, das wie eine Reise durch Burkina, Niger und Mail klang". Auf seiner ersten Produktion "Doxandeme" (Immigranten), die1990 veröffentlicht wurde, singt er über die Erfahrungen eines Senegalesen auf einem fremden Kontinent. "Es war schwierig - ich stützte mich auf meinen Glauben." ""Doxandeme" war eine Lokalproduktion auf einem kleinen Label, die Kassette verkaufte sich sehr gut und etablierte meinen Namen, aber meiner Meinung nach nicht allzu professionell." Trotz seiner Bedenken über die Produktion, gewann er in jenem Jahr den "Nouveau Talent" Preis in Dakar. Kurz darauf begann er seine Arbeit an der seiner Produktion "Ne La Thiass". Parallel zu seiner kompositionellen Arbeit suchte er nach der besten Produktionsmöglichkeit. Nach vier Jahren schickte er eine Demotape an Youssou N'Dour. Dieser war sofort begeistert und begann nach seinem internationalen Erfolg von "Seven Seconds" im August 1995 mit der Produktion des Albums in seinem Xippi Studio in Dakar. N'Dour tritt auf diesem Album nicht nur als Produzent in Erscheinung, sondern auch als Musiker ("Guiss Guiss" und "Set"). Weitere Gastmusiker sind Super Etoile de Daker, Omar Sow (guitar and arranger), Mbaye Dieye Faye (percussion) und Assane Thiam (talking drum). Ne La Thiass, das auf N'Dours Jololi Label veröffentlicht wurde, war sofort ein Erfolg. "Set" - ein Appell an die Bewohner während eines öffentlichen Streiks die Straßen Dakars zu säubern, wurde sogar vom Gesundheitsministerium als Kampagne über Lautsprecher in das ganzen Land gesendet.
Cheikh Lô's Musik ist sowohl von universellen als auch zeitgenössichen Themen beeinflußt - Liebe, Schicksal Glaube. Der Künstler selbst gehört der Glaubensgemeinschaft der Baye Fall, einer speziell senegalesichen Form des Islam, an, die ihr Leben harter Arbeit und ihrem Gründer Cheikh Ibra Fall widmen. Die Dreadlocks und bunten Kleider der Baye-Fall Anhänger führen auch im Senegal zu Stereotypisierung: "Ich liebe Reggae, ich hörte die Musik Bob Marleys und Peter Toshs und ich nahm auch einen Song "Babylon" auf, aber ich bin kein Rasta." Die Basis seiner Musik bilden M'Balax-Rhythmen, Trommel- und Tanzrhythmen, die ihren Ursprung in den Wolof-Festen haben. Den Schwerpunkt bilden Cheikhs Stimme, Akustik-Gitarre, sabar drums, bass tama (talking drum), Flöte mit Keyboard sowie drum-kit als texture. Cheikh Lô schreibt seine Titel selbst, komponiert eine Melodie auf der Akustikgitarre und fügt die restlichen Instrument nach und nach hinzu. Zusammen mit seiner Band "N'Diguel" tritt der Künstler regelmäßig in Dakar auf.


Afel Bocoum (Niger)
27. November 2010, 19:30 Uhr
im Mozart-Saal - Konzerthaus

Afel Bocoum stammt aus Niafounké, aus dem Norden Malis, dort wo die Musik die flimmerde Farbe der Wüste und den Rhythmus des Flusses Niger vereint.
Die musikalische Laufbahn des studierten Agraringenieurs beginnt in 1968, als der Dreizehnjährige in die Band seines Onkels Ali Farka Touré eintritt. Diese verlässt er zehn Jahre später, doch die Zusammenarbeit mit Ali Farka Touré wird 30 Jahre währen. In den 80er Jahren gründet Afel Bocoum sein eigenes Ensemble Alkibar („Der Bote des großen Flußes“ in der Sprache der Sonrhaï).

Im Jahre 1999 produziert Afel Bocoum sein erstes Album „Alkibar“ (World Circuit). Das Album wurde in Niafounké aufgenommen, als Ali Farka Toure in Nick Golds mobilem Studio gerade selber arbeitete. Mit dem Segen des „Bosses“ entwickelt Afel Bocoum ein eigenes Repertoire der sanften und hypnotischen Töne.

Im Jahre 2002 nimmt Afel Bocoum mit Blurs Leader Damon Albarn das erfolggekrönte Album „Mali Music“ auf. In 2004 und 2005 arbeitet er mit Habib Koite und den Touareg Frauen von Tartit in der einmaligen Bühnenshow „Desert Blues“, die in einer Reise ins Herz der Sahara und des Sahels die ethnische Vielfalt Malis widerspiegelt.

Heute erscheint Afel Bocoums zweites Werk „Niger“. Mit diesem Album führt er uns zu den Ufern des großen Flußes in die Nähe von Niafounké, der Wiege des Blues. Die einsaitige Geige Njarka und die zweisaitige Gitarre Njurkel sowie die traditionelle Kalebasse stellen die Basis seiner Musik dar. „Während ich die Gitarre einfach nur spiele, finde ich in den Instrumenten meiner Heimat, deren Klang ich am besten verstehe, meine ganz natürliche Inspiration. Ich komponiere nur mit Njarka und Njurkel“, erklärt Afel Bocoum. Die Atmosphäre, die er so erzeugt, zieht den Hörer ganz allmählich in seinen Bann. Sein Spiel mit Njarka und Njurkel, seine Soli auf der 6-saitigen Gitarre, seine schlichten erdigen Melodien erinnern an eine Pirogue, die leise den Fluss hinunter fährt.

Afel Bocoum singt hauptsächlich in Sonrhaï, seiner Muttersprache, aber auch in Tamasheq, der Sprache der Touaregs und in Bambara. Zwangsheirat, Ehrung von Persönlichkeiten des lokalen Lebens, Oden an die Natur und Arbeitslieder stellen die Hauptthemen der Texte dar.

Trotz seines wachsenden Erfolgs bleibt Afel Bocoum bescheiden und behält sein sanftes Naturell. Hört man diese tanzenden Melodien des Flußes und die Rhythmen des Wüstenwindes, dann wird einem klar, dass Ali Farka Toures musikalisches Erbe in guten Händen ruht.

Mit ausgesprochener Feinfühligkeit und sicherem Talent beweist Afel Bocoum, dass er tatsächlich ein „Bote des großen Flußes“ ist. „Niger“ wird sicherlich nicht nur die Malier ansprechen, die faszinierenden Klänge haben das gewisse Etwas, das die ganze Welt berührt.


Ross Daly
Dienstag, 14. Dezember 2010, um 19.30 Uhr, Mozart-Saal

Schon einige Zeit bevor man von «World Music» zu sprechen begann, erforschte der Ire Ross Daly die Musikkulturen des Mittleren Ostens, Zentralasiens und Indiens und entdeckte seine Begeisterung für die Kniegeige. Ross Daly ist ein Meister auf diesem Instrument – ob auf der arabischen Bauart Rabab, der türkischen Kemençe, der bulgarischen Gadulka oder der indischen Sarangi. Am allermeisten faszinierte den Weitgereisten jedoch die kretische Lyra, sie zog ihn ebenso in den Bann wie die griechische Kultur im Allgemeinen. Die Insel Kreta ist seit 35 Jahren sein Lebens- und Schaffensmittelpunkt.

«Außerhalb Griechenlands», meint der Wahlkreter, «scheint die Ansicht vorzuherrschen, dass griechische Musik gleichzusetzen ist mit Sirtaki undden populären Liedern aus den Sechzigern.» Mit diesem Klischee räumt Ross Daly gründlich auf. Seine Kompositionen und Interpretationen basieren auf jahrhundertealten ägäischen Traditionen, die sich in seiner Musik mit zeitgenössischen Einflüssen verbinden. Zusammen mit seinen türkischen, israelischen und griechischen Bandkollegen pflegt Ross Daly einen interkulturellen Musikaustausch der besonderen Art. Orpheus, der prominenteste Lyra-Spieler der Welt, hätte seine helle Freude mit diesem Saitenspiel ...


Familie Gundolf &
Mamadou Diabate's Percussion Mania
Montag, 28. Februar 2011, 19:30 Uhr im Mozartsaal

Die Geschwister Gundolf sind eine Innsbrucker Musikerfamilie, die seit vielen Jahren Tiroler Abende in der Stadt veranstaltet. Bereits der Vater Kurt Gundolf sen. begründete die musikalische Tradition des Hauses, und inzwischen können die Unternehmensgründer Franz, Kurt und Ernst Gundolf mit ihren Familien und Mitarbeitern auf eine jahrzehntelange, sehr erfolgreiche Geschichte zurückblicken.

Die Familie Gundolf steht aber auch neuenEntwicklungen durchaus aufgeschlossen gegenüber. Obwohl Innovationen auf den ersten Blick mit Traditionen unvereinbar scheinen mögen ist es gelungen, das bewährte und bei den Gästen so beliebte Programm durch eine Multimedia-Diashow optimal zu ergänzen. Durch ein kurzes Vorprogramm, das die Schönheiten Innsbrucks und Tirols nochmals vor Augen führen soll, werden die Gäste auf das Programm eingestimmt. Dias während des Programms sollen weiters über die eigentliche Bedeutung der Lieder und Tänze aufklären, über die oftmals selbst Einheimische wenig wissen.
Mamadou Diabate's Percussion Mania

Der Name meiner Gruppe ist Programm: Percussion Mania ist wonach es klingt - eine mitreißende Rhythmusschlacht, in der nicht nur wir Musiker in Trance fallen sollen.

Mamadou DIABATE - Balafon, Talking Drum, Ngoni, Djembe, Stimme
Louis SANOU - Djembe, Ngoni, Stimme
Karim SANOU - Kürbis, Dunduns, Stimme
Mamadou KOTE - Djembe, Stimme
Abdouley DEMBELE - Dunduns, Djembe, Balafon

Das erste Österreichkonzert in neuer Besetzung mit altbekannter Energie und Power! Der Name der Gruppe ist Programm: Percussion Mania ist, wonach es klingt - eine wahre Fülle mitreißender Rhythmen, bei der nicht nur die Musiker in eine Art Trance verfallen. Alle Instrumente stammen aus der traditionellen Musik Westafrikas und alle Mitwirkenden sind in Burkina Faso geboren und aufgewachsen. Doch ihre Musik geht weit über das Traditionelle hinaus. Sie ist vielmehr geprägt von den Erfahrungen und Konzertreisen der Bandmitglieder, von der Zusammenarbeit mit KünstlerInnen anderer Kulturen und vom Leben in Europa.

Nun gibt es endlich die Möglichkeit, die größere Besetzung live auf der Bühne zu erleben. Das lautmalende Balafonspiel von Virtuose Mamadou Diabate wird getragen von kraftvollen afrikanischen Rhythmen und ist eine runde anregende Sache. Erleben Sie, wie der eigenen Körper einfach nicht mehr ruhig sitzen kann!

Der Balafonvirtuose Mamadou Diabate lebt und arbeitet in Wien. Er komponiert, singt und spielt das Balafon sowie diverse Rhythmusinstrumente. Seine Konzerttourneen brachten ihn in zahlreiche Länder und zu renommierten Festivals. Nach sechs veröffentlichten Alben und unzähligen Konzerten ist er aus der Weltmusik-Szene Mitteleuropas nicht mehr wegzudenken.